Kartographische Zeitmaschine
Geschichte im historischen deutschen Sprachraum auf Straßenniveau
Lesedauer: ca. 6 - 10 Minuten
Das Projekt
Kartographische Zeitmaschine
Ziel
Ein interaktiver Geschichtsatlas im digitalen Zeitalter
Die "Kartographische Zeitmaschine" versteht sich als freier, vektorbasierter Geschichtsatlas, der historische Ereignisse im historischen deutschen Sprachraum mit bislang unerreichter Präzision (angestrebt: 10 Meter) interaktiv darstellt. Dieses Projekt verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der Kartographie, Geschichtswissenschaft und Publizistik miteinander verknüpft. Dabei wird eine stufenlose Zoomfunktion bis hin zu Straßenniveau ermöglicht, so dass Nutzer – ob Historiker, Wissenschaftler oder interessierte Laien – endlich exakt nachvollziehen können, wo genau und wie sich geschichtliche Ereignisse ereignet haben.
Methoden
Die Inhalte georeferenzierter historischer Kartenwerke verschiedener Maßstäbe und Zeiten werden nach wissenschaftlichen Methoden systematisch ausgewertet und vektorisiert. Die daraus gewonnenen Geodaten in Formen von Punkten, Linien und Flächen werden mit adäquaten Attributen, Informationen, Verknüpfungen und Quellenangaben versehen.
Darüber hinaus werden alle wesentlich historisch oder symbolisch bedeutsamen Orte – wie der Berliner Sportpalast, die Lutherstube auf der Wartburg oder der Ort in der Berliner Krummen Straße 66/67, wo am 2. Juni 1967 Benno Ohnesorg und Karl-Heinz Kurras aufeinander trafen – präzise erfasst und im Kartenregister mit individuellen Signaturen, Farben und Stilen visualisiert.
Zielgruppen
Zielgruppen sind vor allem Institutionen und Forschungseinrichtungen, die im historischen Bereich tätig sind, ergänzt durch Geschichtswissenschaftler, Sprach- und Literaturwissenschaftler, Urbanisten sowie interessierte Laien und Citizen-Science-Akteure.
Mehrwert
Der Mehrwert liegt in der interdisziplinären Aufbereitung und der exakten Verortung historischer Ereignisse, die es ermöglicht, thematische Ebenen wie:
- historische Orte (Erinnerungsorte, Grenzorte, Schlachtorte usw.)
- Rekonstruktionen
- politische Grenzen
- Stadtentwicklungsphasen
- historische bzw. abgegangene Gebäude
- historische Wege bzw. Altstraßen
- historische Ereignisse
- Entwicklungen
- Spannungsfelder
- Sprachräume
- territoriale Neuordnungen
- Besiedlungen
- Auswanderungen
- Vertreibungen
- historisch-geographische Besonderheiten, z.B.: Vennbahn , Österreichische Marine , die Grenzstädte Ribnitz und Damgarten, dänisch-französische Grenze , die fünfte Besatzungszone in Deutschland
anschaulich darzustellen und zu analysieren.
Das Projekt „Kartographische Zeitmaschine“ soll gemeinsam mit dem FIZ in Karlsruhe durch Förderung der DFG verwirklicht werden.
Georeferenzierung
Zuordnung, Einbettung und Visualisierung im geografischen Informationssystem
Vektorisierung und Attributierung einer historischen Karte (Beispiel: Lübeck 1750 von M. Seutter)
Projektbereich
Einflussbereich deutscher Sprachen
- Deutsch, Niederländisch, Westfriesisch, Luxemburgisch
- seit ca. 500 u. Z. mit Übersee-Kolonien und Auswanderung
Das Gebiet zwischen Dünkirchen, der Hermannsfeste und Kronstadt markiert den Bereich, wo jemals eine kontinentalwestgermanische Sprache gesprochen wurde bzw. Einfluss hatte. Als einheitliches Kriterium wurde die Verbreitung von deutschsprachigen Ortsnamen zugrunde gelegt.
Ausführliche Informationen dazu finden sich in der Storymap „Deutscher Sprachraum“ .
Verbreitung ehemals deutscher Ortsnamen
außerhalb des heutigen deutschen Sprachraumes.
Zur Zeit sind hier über 18.000 Orte außerhalb des heutigen deutschen Sprachraumes erfasst, die unter anderem auch einen deutschen Ortsnamen aufweisen.
Kartenregister
Das interaktive Kartenregister ist der zentrale Bestandteil der "kartografischen Zeitmaschine"
Hier werden alle eingearbeiteten vektorbasierten Geodaten zum Abrufen bereitgestellt.
Über verschiedene Suchfunktionen können diese schnell gefunden werden. Hierbei können Inhalte geografisch (Lesezeichen oben links!), per Schlagwort oder Zeitraum gesucht werden.
Das Kartenregister ist von der Funktionalität des Front-End im Prinzip aufgebaut wie das virtuelle Kartenforum der SLUB Dresden, welches pixelbasierte georeferenzierte historische Karten bereitstellt.
Erzählkarten
sind ein kartenbasiertes Content-Management-System, das interaktive Erzählungen ermöglicht. Sie kombinieren dynamische Karten mit Text, Bildern und Multimedia-Elementen, um komplexe geografische Informationen in einen fesselnden, narrativen Kontext zu stellen. Durch diese Integration wird es Nutzern erlaubt, nicht nur Daten darzustellen, sondern auch Geschichten zu erzählen - sei es für Bildungszwecke, Tourismus oder zur Vermittlung von Forschungsergebnissen. Erzählkarten bieten somit eine innovative Methode, Raum und Inhalt visuell ansprechend zu verbinden. Diese können durch scrollen wie ein Film in selbst gewählter Geschwindigkeit abgespielt werden .
Alle bereitgestellten Geodaten können, wie im Weiteren beschrieben, ausgewählt und im kartenbasierten Multimedia-CMS aufbereitet und präsentiert werden.
Kartenelemente
Karten bestehen im Wesentlichen aus diesen Elementen:
- Punkte (Orte, etc.)
- Linien (Grenzen, Wege, Fließgewässer, etc.)
- Flächen (Territorien, Naturräume, Gebiete, etc.)
- Schrifteinträge
Im Folgenden werden alle Elemente bezüglich ihrer interaktiven Verwendung in der kartographischen Zeitmaschine kurz vorgestellt.
Orte
z.B. Ereignis- und Erinnerungsorte
Mit hoher Präzision werden alle Orte mit besonderer historischer bzw. symbolischer Bedeutung erfasst, wie z.B.: ...
die Lutherstube
in der Eisenacher Wartburg
Die Lutherstube auf der Wartburg zwischen 1890 und 1905, Autor unbekannt
Grenzorte
An einigen Stellen entlang der früheren Grenzen des Deutschen Reiches weit im Hinterland Polens, Dänemarks und Frankreich sind Zeugnisse in Form von Gebäuden, Grenzsteinen bzw. -anlagen oder Informationstafeln erhalten.
Rekonstruierte Grenzanlage mit Schlagbaum und Wärterhäuschen westlich von Baranowice, Polen, Google Street View: © Dailak
Grenzdokumentation nordwestlich von Zbąszyń, Polen: Google Street View © Artur Smoleń
Grenzstein der Freien Stadt Danzig auf der Frischen Nehrung: Google Street View © W. Kościuczyk
Empfangsgebäude des ehemaligen Grenzbahnhofs Deutsch-Avricourt, © Wikimedia: Arfupe
Den Gamle Grænsekro (die alte Grenzkneipe), Christiansfeld, Region Syddanmark, © Google Street View
Postkarte von Tirschtiegel aus den 1920er Jahren
Tirschtiegel/Trzciel
Infolge des Versailler Vertrags wurde die am östlichen Ortsrand von Tirschtiegel verlaufende Bahnlinie Bentschen–Birnbaum 1920 zur neu entstandenen polnischen Republik geschlagen. Die Grenze verlief im Raum Tirschtiegel ca. drei Meter westlich neben dem Bahnkörper. Damit blieb der Ort Tirschtiegel zum größeren Teil bei Deutschland, jedoch der Bahnhof, einige Vorwerke und ein Friedhof befanden sich in Polen. Die neue Grenze teilte auch ein Haus, dieses Motiv des „Hauses in zwei Ländern“ wurde in den 1920er Jahren auf Ansichtskarten gezeigt.
Deutsch-Polnische Grenze 1922, kolorierte Postkarte
Die gleiche Stelle in Trzciel, Polen 2023 © Google Street View
Gedenkstein mit Skulptur, © Google Street View
Die polnische Vermählung mit dem Meer
in der Stadt Putzig (polnisch Puck).
Polens Vermählung mit dem Meer von 1920 (Gemälde von Wojciech Kossak)
Am 10. Februar 1920 kam General Józef Haller mit Vertretern der Regierung, Offizieren, katholischen Geistliche und Künstlern in die Stadt Putzig, die nach dem Versailler Vertrag nun Polen zugesprochen worden war. Als ein Zeichen der Verbundenheit Polens mit dem Meer warf er einen Ring aus Platin in die Ostsee, ähnlich der venezianischen Zeremonie Festa della Sensa. Mit dem Zugang zum Meer sah sich das wiedererrichtete Polen als unabhängiger Staat. (Quelle: Wikipedia)
Der polnische Korridor, Wikimedia: © Ziegelbrenner
Des einen Freud, des anderen Leid
Diese hochemotionale Zeremonie verdeutlicht die Erfüllung der polnischen Sehnsucht nach dem Meer, als nach drei Teilungen (1772, 1793 und 1795) Polen in den Nachbarstaaten Russland, Preußen und Habsburg aufgeht und als unabhängige Nation aufhört zu existieren.
Nach 148 langen Jahren wurde diese Sehnsucht 1920 erfüllt.
Für das Deutsche Reich hingegen bedeutete der souveräne polnische Zugang zum Meer die Abtrennung Ostpreußens, welches fortan eine Insellage innehatte.
Linien
Die Darstellung von territorialen Grenzen und Entwicklungsphasen mit einer angestrebten Genauigkeit von 10 Metern ist ein zentraler Bestandteil der Kartographischen Zeitmaschine.
Beispiel:
Stadtentwicklungsphasen in Hamburg
Beispiel:
Vergessene Wege in Hamburg
Die dänisch-französische Grenze
Dem aufmerksamen Betrachter wird nicht entgangen sein, dass es eine dänisch-französische Grenze nur bei einer Nichtexistenz Deutschlands geben kann, so geschehen in der sogenannten Franzosenzeit von 1806 bis 1814.
1811 verleibte sich das Französische Kaiserreich Hamburg als Ganzes ein und machte es als Arrondissement Hambourg mit neun Kantonen zur Hauptstadt des Département des Bouches de l'Elbe mit der Nummer 128 der französischen Departementliste.
Dadurch gab es erstmals in der Geschichte eine direkte Grenze zwischen dem Königreich Dänemark und dem Kaiserreich Frankreich, welche u.a. mitten durch das heutige Hamburg führte.
Karte der hanseatischen Départements, Wikimedia: © Ziegelbrenner
Schmuggel zwischen Altona und Hamburg
Die Handelsblockade führte sowohl zum Zusammenbruch der Hamburger Wirtschaft, als auch zu einem regen Schmuggel zwischen dem dänischen Altona und dem französischen Hamburg, der sich alsbald zu einem regelrechten Gewerbe entwickelte. Aufgrund der zu erwartenden drastischen Strafen für Erwachsene bildete man sogar Kinder und Hunde zum Schmuggeln aus.
Einziger erhaltener Zeuge der damaligen Grenze ist der Grenzpfeiler am Nobistor an der Reeperbahn.
Grenzpfeiler des Nobistores an der Reeperbahn als letzter Zeuge, Wikimedia: © Pauli-Pirat
Entwicklung der deutschen Grenzen
zwischen 1871 und 1990 mit einer Genauigkeit von etwa 10 Metern!
Die Genauigkeit von etwa 10 Metern lässt sich in der höchsten Zoomstufe problemlos überprüfen. Dies gilt für alle folgenden Beispiele. Hier zu sehen ist ein Teil der ehemaligen deutsch-dänischen Grenze nahe Christiansfeld.
1871 - 1919: Deutsches Kaiserreich
Deutsche Kolonien 1884 - 1919
Helgoland 1890
Maximale Ausdehnung
Das Deutsche Reich hatte am Vorabend des Ersten Weltkrieges die maximale Ausdehnung in Friedenszeiten erreicht, welche auch international anerkannt war.
1919: Vertrag von Versailles
1919 - 1933: Weimarer Republik
Die territorialen Bestimmungen des Versailler Vertrages führten zu Gebietsverlusten des Deutschen Reiches von etwa der Größe Bayerns.
1933 - 1945: NS-Zeit
Saarland, Expansionen und Zweiter Weltkrieg
In dieser Zeitspanne handelte es sich bei der Eingliederung des Saarlandes um die einzige Gebietsveränderung im Deutschen Reich.
Alle territorialen Änderungen hinsichtlich des Anschlusses Österreichs im März 1938 , der Sudetenkrise 1938 , sowie der Zerschlagung der Tschechoslowakei im März 1939 werden aufgrund der Komplexität in späteren, noch zu erstellenden Kapiteln abgehandelt.
Desgleichen gilt für die gigantischen territorialen Umwälzungen während des Zweiten Weltkriegs.
1945: Potsdamer Abkommen
1945 - 1949: Besatzungszeit
Berliner Sektoren
1949 - 1990: BRD und West-Berlin
1949 - 1990: DDR
1990: Wiedervereinigung
Flächen
Die Römer im historischen deutschen Sprachraum
Der Westfälische Frieden von 1648
Friedensschluss zwischen Spanien und den Niederlanden 1648 im Rathaus von Münster (Ausschnitt aus dem Gemälde „Friedensbeschwörung“ von Gerard Ter Borch)
Zur Zeit des Westfälischen Friedens im Jahre 1648 gab es bereits relativ präzise Karten. Rekonstruktionen von Grenzen, bzw. Grenzbereichen sind ab dieser Zeit möglich, so dass der Flickenteppich der deutschen Kleinstaaterei aus Fürstentümern, Herzogtümern, Grafschaften, geistlichen Gebieten und Freien Reichsstädten dargestellt werden kann.
Rekonstruktionen
am Beispiel Berlin
Georgenkirche am Alexanderplatz
Überblendung der Berliner Grundkarte 1:4000 auf ein aktuelles Luftbild, © Google Maps
Montage eines Luftbildes in © Google Maps 3d
Historische Häuserblöcke und Gebäude
Die Zerstörungen deutscher Städte während des Zweiten Weltkriegs waren so teilweise so verheerend, dass in der Nachkriegszeit ganze Stadtteile mit völlig neuen Straßenverläufen gebaut wurden.
Anhand von historischen Stadtplänen werden sowohl Stadtteile, als auch zerstörte Gebäude lokalisiert und rekonstruiert, um diese ihre Geschichte erzählen zu lassen (z.B.: Volksgerichtshof, Kroll-Oper, Sportpalast).
Methoden der Datenerfassung:
Potsdamer Platz 1928, Katasterkarte: Maßstab 1:4000
Kartierung historischer Häuserblöcke
Kartierung und Attribution abgegangener Gebäude
Überblendung
auf die heutige Situation
Rekonstruktion von Ereignissen
Die Zweite Wiener Türkenbelagerung
Nebenstehend eine unübersichtliche Darstellung der Entwicklung des Osmanischen Reiches aus dem Großen Historischen Weltatlas von 1957 des Bayerischen Schulbuchverlages mit einer winzigen Schlachtsignatur, welche die Belagerungen Wiens in den Jahren 1529 und 1683 symbolisiert.
Die Entwicklung des Osmanischen Reiches bis 1683
Die interaktive Kartenfolge ermöglicht einen kontinuierlichen Zoomlauf vom Überblick der territorialen Entwicklung des Osmanischen Reiches bis hin zur Belagerung Wiens 1683 auf Straßenebene.
Belgrad am 3. Mai 1683
Der türkische Heereszug auf dem Weg nach Wien
Der türkische Großwesir Kara Mustapha Pascha
11. Juli 1683
Verwüstungen im Burgenland und Niederösterreich
Das sogenannte Türkenfenster in der Pfarrkirche von Perchtoldsdorf
14. Juli 1683
Die Zweite Wiener Türkenbelagerung
Wien aus der Vogelperspektive, © Folbert van Alten-Allen 1683
14. Juli 1683: Die Einkesselung Wiens
Bombardierung und Tunnelkrieg
Die Zweite Wiener Türkenbelagerung, © August Querfurt 1750
Methoden der Datenerfassung
Wien während der Zweiten Türkenbelagerung, © Stadt Wien
aktuelle Hausgrundrisse und Straßen Wiens
georeferenzierte Hintergrundkarte mit den Wiener Festungsanlagen
vektorisierte Festungsanlagen mit Attributtabelle
Türkische Laufgräben und Tunnel, Daniel Suttinger 1683
vektorisierte türkische Laufgräben
Tunnelkrieg, unbekannter Autor
Die Schlacht am Kahlenberg
12. September 1683
Der Entsatz von Wien, unbekannter Autor
Spruner & Menke - Handatlas
Schlacht am Kahlenberg, Autor unbekannt
Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953
Gemälde und Fotografien historischer Ereignisse, deren Standorte zum Teil überbaut oder verändert wurden, werden durch Rekonstruktionen mit ihrem ursprünglichen historisch-räumlichen Kontext in Verbindung gebracht.
Gemälde und Fotografien
Rekonstruktionen der Standorte und Blickwinkel von Malern und Fotografen
Die Parochialstraße, © Eduard Gaertner 1831
Die Fischerstraße / Restaurant zum Nussbaum, © Heinrich Zille 1922
Die Fischerstraße / Restaurant zum Nussbaum, © Waldemar Titzenthaler 1903
Impressum
Eine Storymap von Kartdoku e.V.
Eingetragener gemeinnütziger Verein für kartographische Dokumentationen in Lübeck, Deutschland
Links:
Quellenangaben
zur Digitalisierung
Die Grenzen des Deutschen Reiches in der Zeit von 1871 - 1937 wurden auf folgenden Grundlagen in verschiedenen Ausgaben bzw. Aufnahmen in QGis digitalisiert:
- Generalstabskarte des Deutschen Reiches im Maßstab 1:100.000
- Meßtischblatt 1:25.000 , Reichsamt für Landesaufnahme
Diese wurden georeferenziert und mit Überblendfunktion bereitgestellt von: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Die verschiedenen Ausgaben bzw. Aufnahmen und Jahrgänge der Generalstabskarte und des Meßtischblattes sind eindeutig rekonstruierbar und werden zu einem späteren Zeitpunkt in geeigneter Weise zugänglich gemacht.
Die Grenzen im Nachkriegsdeutschland in der Zeit von 1945 - 1990 wurden auf folgenden Grundlagen digitalisiert:
- Verwaltungskarte der DDR mit Bezirks- und Kreisgrenzen 1:600.000 (1968)
- Germany: Allied Map of the Occupation Areas, Atlanta Map Service, Frankfurt am Main 1945
- OSM Boundaries
Arbeitsweise
In der Regel sind die Grenzverläufe auch nach maximal 150 Jahren auf aktuellen Luftbildern gut zu rekonstruieren, da diese zumeist entlang von Wasserläufen und noch heute gültigen Flurgrenzen verlaufen. Schwierigkeiten treten auf u.a. bei der Begradigung von Wasserläufen und genereller Überformung der Landschaft, wie z.B. Tagebau und Bergbaufolgelandschaften sowie Flurbereinigungen. Die Genauigkeit der digitalisierten Grenzen kann zu 95% mit etwa 10 Metern gewährleistet werden.