
Kommunale Wärmeplanung
Der Weg zum erfolgreichen Umgang mit digitalen Daten beim Erstellen eines Wärmeplans
Das Projekt
Das Forschungsprojekt „DiPuKS“ an der Hochschule Augsburg verfolgt das Ziel, Kommunen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen und gleichzeitig die Digitalisierung voranzutreiben. Die Forschenden arbeiten an nachhaltigen Lösungen, die Städte und Gemeinden sowohl ökologisch als auch digital zukunftssicher machen. Das kürzlich in Kraft getretene "Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze" ( Wärmeplanungsgesetz, WPG ) bietet hierfür eine ideale Grundlage. Durch die Umsetzung des Gesetzes können Kommunen nicht nur den Wärmesektor auf dem Weg zur Klimaneutralität bringen. Sie haben auch die Chance während der Umsetzung in der Kommune digitale Strukturen aufzubauen und zu verankern. Daher liegt im ersten Teil des Projekts ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung digitaler Werkzeuge, die Kommunen bei der Wärmeplanung gezielt unterstützen.
Der Wärmeplan
Seit Inkrafttreten des Wärmeplanungsgesetz am 01. Januar 2024 sind Kommunen in Deutschland mit der Aufgabe betreut, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Er ist ein strategisches Konzept, das die zukünftige Wärmeversorgung einer Kommune nachhaltig und klimaschonend gestalten soll. Er analysiert den aktuellen Energieverbrauch, die vorhandene Infrastruktur und die Potenziale für erneuerbare Energien, um Maßnahmen zur Dekarbonisierung und Optimierung der Wärmeversorgung zu entwickeln. Ziel ist es, langfristig eine klimafreundliche, effiziente und bezahlbare Wärmeversorgung sicherzustellen.
Das zentrale Thema: Digitale Daten
Zentraler Bestandteil der Wärmeplanung ist die Bestandsanalyse. Sie gibt einen Überblick über alle vorhandenen Randbedingungen. Eine der essenziellen Herausforderungen bei der Erstellung der Bestandsanalyse ist der Umgang mit Daten. Woher kommen sie und in welcher Form liegen sie vor? Und wie können sie sinnvoll weiterverarbeitet werden?
Unsere Datentabelle
In verschiedenen Leitfäden werden Empfehlungen zu möglichen Datenquellen gegeben. Um Kommunen einen Überblick zu verschaffen, wurden die Empfehlungen zusammengefasst und nach den Themengruppen des Wärmeplanungsgesetzes sortiert. Geben Sie einfach eine der unten stehenden Themengruppe in die Suchleiste ein, um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen.
- Gas- und Wärmeverbräuche
- Dezentrale Wärmeerzeugungsanlagen mit Verbrennungstechnik
- Gebäudedaten
- Industrie, Gewerbe, und sonstige Unternehmen (Prozess- und Abwärme)
-
- Wärmenetze
- Wärmeerzeuger
- Gasnetze
- Stromnetze (Hoch- und Mittelspannung)
- Stromnetze(Niederspannung)
- Kläranlagen
- Abwassernetze (> DN 800)
- Bauleitpläne (LEP, FNP, B-Plan)
Der richtige Umgang mit Daten
Die Beschaffung von Daten erweist sich häufig nicht als das zentrale Problem. Vielmehr ist die Art und Struktur der vorliegenden Daten oft entscheidend für deren Nutzbarkeit. Um die Anwendbarkeit zu maximieren, sollten Daten bei ihrer Erstellung und Aufbereitung nach dem „FAIR“-Prinzip gestaltet werden: Sie müssen auffindbar (F), zugänglich (A), interoperabel (I) und wiederverwendbar (R) sein. Dies erleichtert langfristig die Arbeit aller Beteiligten, spart Ressourcen und Zeit und trägt zur Senkung von Kosten bei.
Das weitere Vorgehen
Die in den verschiedenen Leitfäden enthaltenen und in der obigen Tabelle zusammengefassten Empfehlungen zu Datengrundlagen bieten einen wertvollen ersten Überblick. In der praktischen Umsetzung sehen sich Kommunen jedoch häufig mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Um die spezifischen Probleme besser zu verstehen, sollen Experteninterviews mit verschiedenen Akteuren aus der Praxis durchgeführt werden. Dabei wird der Fokus auf die „Praxisbrille“ gelegt, um gezielt Handlungsfelder zu identifizieren, die politischen Weichenstellern an die Hand gegeben werden können.
Recherche
zum Wärmeplanungsgesetz, Datengrundlagen, Umgang mit Daten...
Experteninterviews
mit Akteuren aus Kommunen, Planungsunternehmen, Stadtwerken, Politik...
Entwicklung von Ansätzen
zur Digitalisierung von Planungsprozessen auf Grundlage der Praxiserfahrungen der Akteure
weitere Forschungsfelder
zur Unterstützung von Kommunen bei der klimaneutralen Siedlungsentwicklung im Rahmen des Forschungsprojekts DiPukS